Vor rund 2000 Jahren geschah das Wunder, das eine Grundlage einer neuen, großen Religion wurde – der Sohn Gottes hat den Tod besiegt und ist zu neuem Leben erstanden.
Wie uns die vier Evangelien berichten, wollten am Tag nach dem Sabbat vier Frauen den eiligst beigesetzten Leichnam Jesu salben und für die ewige Ruhe betten. Auf ihrem sorgenvollen Weg zur Grabkammer, die sowohl von zwei römischen Soldaten bewacht war als auch von einem schweren Stein verschlossen dachten sie darüber nach, wie sie an den Verstorbenen heran gelangen sollten. Doch als sie im Grab ankamen, sahen sie sowohl keine der Wachen und der Fels war beiseite gerollt.
“Was sucht ihr den Lebenden unter den Toten?” fragte sie der Engel und so wurden vier Frauen, ihrer Schwäche in der damaligen Gesellschaft bewusst, die ersten Zeugen des größten Wunders in Gottes großem Wirken.
Historisch verbrieft ist diese “Geschichte” nicht. Nur die vier Evangelien – das äteste von ihnen etwa 40 Jahre nach der Kreuzigung entstanden – berichten hiervon in ihren Erzählungen; zusammengetragen aus Hörensagen und alten Überlieferungen. Sehr früh und immer wieder wurde und wird noch heute spekuliert, dass Jünger den Leichnam in der Nacht entfernt und die Auferstehung erfunden hätten, um so die Verbreitung der Lehren Jesu zu legitimieren.
Dem wissenschaftlich etwas entgegen zu stellen ist schwer. Alte Quellen erwähnen zwar auch eine Person namens “Chrestos”, der von einer Gruppe in Palästina als der Sohn Gottes verehrt wird und drei Tage nach dessen Tod wieder erschienen sein soll. Ein sicherer Beweis ist dies aber nicht, zumal bekannt ist, dass zur damaligen Zeit wie auch heute Informationen politischer Brisanz immer so weitergegeben wurden, wie es der jeweiligen Partei zugute kam…
Was macht uns Christen also so sicher, dass Jesus, als wahrer Mensch gestorben und von den Toten wieder auferstanden ist? Wissenschaftlich gesehen nichts. Denn auch die Theologie kann nur in paradoxen Gedankengebäuden theoretische Mutmaßungen als vermeintlich legitime Wahrheit präsentieren. Einzig und allein der Glaube – wie auch in allen anderen Religionen – ist es, der die Wahrheit der österlichen Wundertat zur Wahrheit werden lässt.
Wie die Sintflut des Alten Testaments und die Himmelfahrt Mohammeds der islamischen Tradition nicht nachgewiesen werden können, so ist auch die Auferstehung Gottes historisch wissenschaftlich nicht nachweisbar, aber wahrer Bestandteil der christlichen Religion. Ohne den Glauben könnten wir Christen uns nicht als vom Erlöser Erlöste, von Christus befreite Menschen betrachten. In der österlichen Wundertat Gottes vollendet sich das Schöpfungswerk von Adam über die Völker Israels bis hin zu Christus, dem menschgewordenen Gott, der die Entfremdung des Menschen von Gott durch die unsühnbare Tat der Urahnen Adam und Eva mit seinem eigenen Tod wieder aufgehoben und so die ewige Schuld der Abkehr von Gott von den Schultern der Menschen gnommen hat.
Der Tod Gottes am Vorabend des Sabbats ist die Selbstsühne Gottes, die Auferstehung aber ist die Befreiung des Menschen aus dieser Sühne. Ohne Ostern würde der Christ in ewiger Sühne verharren und der Tod wäre das Ende seines Wirkens. Mit dem österlichen Geschenk erhält die Sühnetat ihren Sinn und der Christenmensch die Sicherheit, dass auch wir nach unserem Tod nicht verloren sondern in Gottes Gnade lebendig sein werden.
In diesem Sinne eine frohe und gesegnete Osterzeit.




















